Das Leben ist kein Ponyhof! Oder doch?

28 10 2009

Das Leben ist ein steter Wechsel aus Hochs und Tiefs. So oder so ähnlich hat jeder schon einmal den Spruch auf Omas Wandkalender gelesen. Das blöde ist, die Sprüche auf Omas Wandkalender beinhalten durchaus oft einen wahren Kern. So hab ich in den letzten Tagen feststellen dürfen, dass dieser Spruch durch und durch auf die Realität anwendbar ist. Es fing damit an, dass mich am letzten Wochenende meine Lieblingseltern heimgesucht haben. Um gleich von Anfang an Missverständnissen vorzubeugen: Dies war NICHT der erste Tiefpunkt der letzten Tage!!! Im Schlepptau hatten meine Eltern meinen gesamten Krempel was vor allem bedeutet, dass ich nunmehr nicht mehr im Schlafsack nächtigen und mit billigen Campinggeschirr kochen muss. Nach einem gemeinsamen Ausflug zu Ikea (welcher beinahe durch ein grenzdebiles Navigationsgerät verhindert worden wäre) bei dem intensiv darüber diskutiert würde ob ein dreieckiges Regal zwei, drei oder gar vier Stützen braucht um nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten (das Problem wurde nicht gelöst, ich hab jetzt ein rechteckiges Regal mit zwei Stützen), der Verkostigung von Apfelstrudel und Hot Dogs und dem obligatorischen Billyregalzusammenschrauben wurde der Familienfrieden, welcher bei Ikea doch ein wenig gelitten hat, abends beim gemeinsamen Essen wiederhergestellt. Noch einmal, an dieser Stelle, einen dicken Kuss für diese Aktion! Das Wochenende war dann auch schneller vorbei als man Thermoisoplethendiagramm sagen kann. Und mit dem Montag sank nicht nur meine Laune sondern auch meine Motivation auf ein mariannengrabenmäßiges Tief. Die Dozenten der ersten beiden Veranstaltungen am Montag morgen (!!!) wiederholten exakt das was sie letzten Montag morgen schon einmal erzählt hatten. Zuerst wähnte ich mich in einer murmeltierartigen Zeitschleife. Doch meine Kommilitonen versicherten mir glaubhaft, dass dies nicht der Fall sei. Anschließend gab es in der Mensa nur nicht näher definierbares zu Essen. Immerhin erzählten uns die Studenten, die das Tutorium zur Vorlesung leiten, dann endlich was wir eigentlich am Morgen hätten hören sollen. Mein absoluter Tiefpunkt war aber noch lange nicht erreicht. Nicht nur die Tatsache das ich am Dienstag mit meiner Hausarbeit nicht so richtig Fortschritte machen konnte sondern vor allem der Umstand, dass am Nachmittag die erste Geostatistik Vorlesung drohte lies meine Laune noch weiter gen Erdmittelpunkt sinken. Meine böse Vorahnung wurde nicht enttäuscht. Zuerst versuchte der Prof. noch mit einigen halbherzigen aufmunternden Worten gute Stimmung zu verbreiten, welche er aber kurz darauf mit einer kryptischen meterlangen mathematischen Formel wieder eingerissen hat. Auch der Kommentar das wir diese Formel ja sicher noch alle aus der Grundschule parat hätten trug nicht dazu bei, dass sich spontane Begeisterungsstürme im Publikum entluden.

Doch dann kam der Mittwoch und damit, wie es sich für das Bergfest der Woche gehört, die Wende. Die Vorlesung heute war nicht langweilig, ich hab durch Zufall einen Text bekommen, der mir hoffentlich bei meiner Hausarbeit hilft und ich hab durch Zufall eine Kommilitonin getroffen die vor dem Geographiestudium schon mehrere Semester Mathe studiert hat (sie kannte die Grundschulformel auch nicht) und wir jetzt eine Lerngruppe ins Leben rufen werden. Plötzlich war alles wieder gut! Und da ich gerade gute Laune hatte beschloss ich spontan in die Mensa zum Blutspenden zu gehen. Das Rote Kreuz hatte, nur wenige Meter von der Essensausgabe, einige Liegen aufgestellt auf denen man sich einen halben Liter seines Lebenssaftes abzapfen lassen konnte. Die betreuende Ärztin hatte meinen sportlichen Ehrgeiz geweckt als sie sagte, dass es so zwischen 10 und 15 Minuten dauert bis der Beutel voll sei. Nach etwas über 5 Minuten hatte ich, dank fleißigen Pumpens, nicht nur den Beutel vollgeblutet sondern auch die Verwunderung des Personals auf mich gezogen. Endgültig fassungslos waren die professionellen Vampire als ich nach weiteren 5 Minuten drängelte endlich wieder aufstehen zu dürfen, da sich so langsam der Tee welchen man vorher zu trinken bekam unangenehm in meiner Blase bemerkbar machte. Eigentlich sollte man eine halbe Stunde liegen bleiben. Doch ich hatte dann wohl doch die stärkeren Argumente und durfte mich, nachdem sich ein weiterer Arzt meiner Gesundheit versicherte, schon nach 10 Minuten wieder erheben. Tagesschnellster! Zum Abschied gab es als Dankeschön noch einen Topf Honig. 500gr. Bienensabber gegen 500ml Lebenssaft ist ein guter Tausch! Gerüchten zu folge soll es morgen in der Mensa Blutwurst geben. Na dann, guten Appetit!


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